Wenn die Seele leise Alarm schlägt: 7 Signale, auf die du achten darfst

„Eigentlich geht es mir ja gut. Ich bin nur so müde.“

Diesen Satz höre ich oft in meiner Praxis. Und meistens steckt viel mehr dahinter. Seelische Belastung kommt selten mit einem lauten Knall. Sie schleicht sich leise ein, und irgendwann haben wir uns an einen Zustand gewöhnt, der uns eigentlich nicht guttut.

Am 10. Oktober ist der Welttag der psychischen Gesundheit. Vielleicht ist das ein guter Anlass, dir selbst einmal liebevoll die Frage zu stellen: Wie geht es mir eigentlich wirklich?

Diese sieben Signale können dir zeigen, dass deine Seele gerade etwas mehr Aufmerksamkeit braucht.

1. Du bist müde, egal wie viel du dich ausruhst. Auch nach dem Wochenende oder dem Urlaub fühlst du dich nicht erholt. Selbst kleine Dinge kosten dich viel Kraft.

2. Dein Schlaf hat sich verändert. Du liegst lange wach, wachst nachts auf oder schläfst viel mehr als früher und bist trotzdem erschöpft.

3. Deine Gedanken kommen nicht zur Ruhe. Sorgen drehen sich im Kreis, besonders am Abend. Abschalten fällt dir immer schwerer.

4. Du ziehst dich zurück. Verabredungen sagst du öfter ab, Dinge, die dir früher Freude gemacht haben, reizen dich nicht mehr. Allein zu sein fühlt sich leichter an, aber nicht besser.

5. Du bist schneller gereizt als sonst. Kleinigkeiten bringen dich aus der Fassung, und hinterher ärgerst du dich über dich selbst.

6. Dein Körper meldet sich. Verspannungen, Kopfschmerzen, ein flaues Gefühl im Magen oder Herzklopfen können auch etwas mit seelischer Belastung zu tun haben. Lass körperliche Beschwerden aber bitte immer auch ärztlich abklären.

7. Altes holt dich ein. Bilder, Gefühle oder Erinnerungen an belastende Erlebnisse tauchen auf, ohne dass du es willst, und bringen dich aus dem Gleichgewicht.

Was du jetzt für dich tun kannst

Ein schlechter Tag ist noch kein Grund zur Sorge. Wenn du dich aber in mehreren Punkten schon seit Wochen wiederfindest, darfst du das ernst nehmen. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Zeichen dafür, dass du gut auf dich achtest.

Sprich mit einem Menschen, dem du vertraust. Oft wird etwas schon leichter, wenn es einmal ausgesprochen ist. Gönn dir kleine Pausen im Alltag: einen Spaziergang, ein paar bewusste Atemzüge, eine Tasse Tee ohne Handy. Und wenn du merkst, dass es allein nicht reicht, hol dir Unterstützung. Früher ist fast immer leichter als später.

Du musst nicht warten, bis gar nichts mehr geht.

Ich begleite dich gern

In meiner Praxis in Hemmingen begleite ich Menschen, die sich erschöpft, belastet oder aus dem Gleichgewicht fühlen. Achtsam, traumasensibel und in deinem Tempo. Wir können meist schon bald miteinander sprechen, bei mir in der Praxis oder online. Wie du ohne lange Wartezeit Unterstützung findest, liest du in meinem Beitrag „Monatelang auf einen Therapieplatz warten?“.

Wenn es dir gerade sehr schlecht geht oder du daran denkst, dir das Leben zu nehmen: Ruf den Notruf 112 an, den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117 oder die TelefonSeelsorge unter 0800 111 0 111. Sie ist Tag und Nacht kostenfrei für dich da.

Häufige Fragen

Ab wann sollte ich mir Hilfe holen?

Wenn dich eine Belastung seit einigen Wochen begleitet und deinen Alltag, deinen Schlaf oder deine Beziehungen beeinträchtigt.

Muss es mir richtig schlecht gehen, bevor ich zu dir komme?

Nein. Viele kommen gerade dann, wenn sie spüren, dass etwas kippt. Und das ist ein guter Moment.